Umwelttoxikologie / Schiffsbohrwurm (Teredo navalis)

An der deutschen Ostseeküste wird seit 1993 ein anhaltend starkes Vorkommen des Schiffsbohrwurms beobachtet. In Mecklenburg-Vorpommern hat das massenhafte Auftreten dieser sich von Holz ernährenden Muschel bereits nach kurzer Zeit schwere Schäden an den hölzernen Buhnen im Küstenabschnitt von Boltenhagen bis Hiddensee verursacht.
Das Institut für Angewandte Ökosystemforschung hat durch histologische Untersuchungen der Gonadenentwicklung und Freilandbeobachtungen erstmalig eindeutig belegt, dass sich der Schiffsbohrwurm unter den Brackwasserbedingungen der hiesigen Küste uneingeschränkt reproduzieren kann. Seit 1995 führen wir jährlich ein Teredo-Buhnenmonitoring durch, bei dem die aktuelle Verbreitung der Muschel sowie die Teredo-Resistenz der aus Tropenholz und imprägnierter Kiefer bestehenden Buhnenpfähle untersucht wird. Weitere ökotoxikologische Begleitstudien nutzten Biomarker, um potenzielle schädliche Effekte von schutzmittelimprägnierten Buhnenpfählen und Pfählen aus Tropenholz oder Kunststoff auf die Aufwuchslebensgemeinschaft (Miesmuschel) zu bewerten. In einem mehrjährigen Feldversuch werden derzeit Holztafeln aus Tropenholz an einem Küstenstandort exponiert, um deren Teredo-Resistenz zu testen.

Schiffsbohrwurm
Schiffsbohrwurm
befallener Buhnenpfahl
befallener Buhnenpfahl