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31.05.2021

Jugend forscht – Schülergruppe erlebt spannendes Bundesfinale

Von IfAÖ betreute Schülergruppe präsentiert spannendes Ergebnis bei Bundesfinale Jugend forscht

Eine vom Institut für Angewandte Ökosystemforschung GmbH (IfAÖ) betreute Rostocker Schülergruppe hat beim Bundesfinale Jugend forscht zwar knapp die Platzierungen verpasst, aber nachhaltig ihre Ergebnisse präsentieren können. Isabel Zerfowski (17 Jahre), Oscar Manolo Yucra (18) und Liam Hartmann (18) haben drei Jahre lang an dem Thema „Neozoen in der Warnow“ geforscht. Das Projekt der Abiturienten soll auch nach dem erfolgreichen Abschluss des Bundesfinales fortgeführt werden.

Entdeckung des Kalkröhrenwurms

„Wir freuen uns, dass wir die Schüler bei dem Forschungsprojekt unterstützen durften. Sie können stolz auf das erreichte Ergebnis sein“, sagt Lisa Schüler. Die Biologin des IfAÖ hat zusammen mit Dipl.-Biol. Frank Gloede die Gruppe über die vergangenen Jahre fachlich begleitet.  

Die drei Schüler aus Rostock haben seit 2018 aquatische Tierarten in der Warnow, die von den Menschen in das fremde Ökosystem eingeschleppt wurden, untersucht – die sogenannten Neozoen. Mit dem Projektes sollte herausgefunden werden, ob die neuen Arten die einheimischen verdrängen. Dazu haben die  Nachwuchsforscher Bewuchsplatten aus PVC für drei Monate in der Warnow ausgehängt (mehr zum Versuchsaufbau im Video). Das Material sollte dabei künstliches Hartsubstrat wie Schiffsrümpfe und Bootsstege simulieren.  Als Ergebnis haben die Schüler herausgefunden, dass “Neozeon, wie Wandermuscheln, die einheimischen Arten nicht verdrängen, sondern freie Nischen im Brackwasser-Ökosystem der Warnow besetzen”, erläutert Liam Hartmann zusammenfassend die Facharbeit. Als Highlight steht die Entdeckung des Kalkröhrenwurms im untersuchten Gewässer. Dieser wird unter den Neozoen als invasive Art angesehen, da er durch den Bau seiner Kalkröhren die einheimischen Organismen in seiner Umgebung massiv beeinflusst. „Für uns ist es ein großer Erfolg, als erstes Forschungsteam diese Entdeckung in einem heimischen Gewässer gemacht zu haben“, freuen sich die Schüler.

Forschungsprojekt wird nach “Jugend forscht” fortgesetzt

Oscar Manolo Yucra sieht schon jetzt “Zukunftspotential für das Projekt”. Zusammen mit seinem Teamkollegen Liam Hartmann wird er zum Wintersemester ein Studium an der Universität Rostock beginnen. Beide möchten das Thema dann weiter vertiefen. Auch Isabel Zerfowski möchte das Thema nicht mehr aus den Augen verlieren: “Ich kann mir nach meinem Abitur auch vorstellen, in dem Feld ein Studium aufzunehmen und später auch in dem Bereich zu arbeiten!”

IfAÖ setzt sich für Nachwuchsförderung ein

“Einen Partner wie das IfAÖ an seiner Seite zu wissen, war für uns sehr wichtig”, sagt Isabel Zerfowski. Mithilfe der IfAÖ-Experten konnte sich das junge Forschungsteam fachspezifisches Wissen zur Bestimmung von Neozoenarten umfassend aneignen. Darüberhinaus halfen die Betreuer beim Bau der Bewuchsplatten, welche für das aktuelle Projekt enorm wichtig waren. Für das Team des IfAÖ war es nicht die erste Betreuung einer Forschungsarbeit von Nachwuchswissenschaftlern. Bereits seit mehr als zehn Jahren unterstützen die Fachexperten Klassen im Rahmen von “Schüler staunen...” des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg. “Für uns ist es wichtig, junge Schülerinnen und Schüler an wissenschaftliche Themen heranzuführen”, erklärt Frank Gloede, “zum Einen lernen sie, wie sie umfangreiche Forschungsprojekte umsetzen können und wir können ihnen zum Anderen die spannenden Seiten unserer täglichen Tätigkeiten zeigen.” So bleiben die IfAÖ-Kollegen nach jedem Wettbewerbrb im engen Kontakt zu ihren Teams und eventuell ergeben sich später Möglichkeiten einer Mitarbeit.

Isabel Zerfowski bei der Untersuchungen des Neozoen unter dem Mikroskop.

Mit Muscheln besetzte PVC-Bewuchsplatten. Nach einer Analyse wurde festgestellt, dass die neuen Arten die einheimischen in der Warnow nicht.